Ist Billigstrom wirklich so günstig? Und warum kann der Strom für so wenig Geld angeboten werden?
Mit dem richtigen Stromtarif kann man immer sparen. Doch worauf sollte man beim Stromtarifwechsel achten?
In der Zeit vor der vom Gesetzgeber durchgesetzten Liberalisierung des Strommarkts war das Leben für den Verbraucher sehr einfach. Da es keine andere Wahl gab, bezog man halt seinen Strom von den jeweiligen örtlichen Stadtwerken und die wiederum von den großen Konzernen. Dadurch war der Kunde den Preisdiktaten dieser Unternehmen wehrlos ausgesetzt. Von Billigstrom konnte man damals nur träumen. Das hat sich aber zum Glück seit einigen Jahren radikal geändert.
Seitdem der Markt geöffnet und Konkurrenz möglich wurde, hat sich die Zahl der Anbieter vervielfacht. Heute gibt es in Deutschland mehr als 900 Stromanbieter. Darunter befinden sich mehr und mehr Anbieter von Billigstrom, dessen Preis pro kW/h z. T. erheblich unter dem der großen Erzeuger liegt. Wie ist das möglich? Die kleinen Anbieter müssen keine großen Investitionen in den Erhalt und den Ausbau der elektrischen Infrastruktur leisten. Außerdem haben sie meist effizientere Verwaltungsstrukturen als die Großkonzerne und geben auch nicht so viel für Werbung aus, wie die Riesen der Branche. Viele der günstigeren Anbieter sind zudem nur auf regionaler oder lokaler Ebene tätig. Alle diese Einsparungen werden zumindest teilweise an den Endabnehmer weitergegeben.
Trotzdem muss Billigstrom nicht unbedingt günstiger sein als Strom vom örtlichen Versorger. Auf dem Strommarkt gibt es nämlich leider auch schwarze Schafe. Einige Anbieter werben mit Strom zu Discountpreisen und verschweigen dabei, dass es sich z. B. um Spezialtarife für Singles handelt. Wenn eine Familie solch einen Tarif wählt, wird der Strom, der zusätzlich zum günstigen Kontingent benötigt wird, sehr teuer. Eine andere Verfahrensweise ist die Bezahlform Vorkasse. Dabei muss man, um Billigstrom zu bekommen, den geschätzten Jahresverbrauch im Voraus bezahlen. Geht das Unternehmen pleite, ist man sein Geld los. Sollte man mehr als das bilanzierte Budget verbrauchen, muss man den Zusatzstrom teuer bezahlen. Am besten fährt man, wenn man sich vor einem Wechsel ausführlich beraten lässt und alles in Ruhe angeht.